Montag, 12. Dezember 2022

Navi mit zehn Zentimetern Genauigkeit gebaut

Quelle: So funktioniert das neue "Super-GPS"
aus den Niederlanden (Illustration: Stefan Timmers)

Ein Navigationssystem vor allem für städtische Umgebungen, das eine Genauigkeit von plus/minus zehn Zentimetern erreicht und ohne Satelliten auskommt, haben Forscher der Technischen Universität Delft (TU Delft) zusammen mit Kollegen der Vrije Universiteit Amsterdam und des Nationaal Metrologisch Instituut (VSL) entwickelt. Das satellitenbasierte GPS kommt gerade einmal auf plus/minus zehn Meter, ist also für hochpräzise Navigation ungeeignet. Das "Super-GPS" könnte vor allem autonomes Fahren erleichtern und sicherer machen.


Verzicht auf Satelliten

Ziel war ein alternatives Ortungssystem, das anstelle von Satelliten das Mobilfunknetz nutzt und robuster und genauer als GPS ist. Es wurde erkannt, dass sich das Telekommunikationsnetz mit einigen bahnbrechenden Innovationen in ein sehr genaues alternatives Ortungssystem umwandeln lässt und unabhängig von GPS ist. Es wurde ein System entwickelt, das Konnektivität wie bestehende Mobilfunk- und WLAN-Netzwerke sowie genaue Positionierung und Zeitverteilung wie GPS bietet.


Die Forscher verbinden dazu das Mobilfunknetz mit einer sehr genauen Atomuhr, so dass es perfekt getimte Nachrichten zur Positionierung senden kann, genau wie GPS-Satelliten mithilfe der Atomuhren. Diese Verbindungen werden über das bestehende Glasfasernetz hergestellt.


Das Mobilfunknetz wird in eine landesweit verteilte Atomuhr verwandelt. Das ermöglicht eine sehr genaue Positionierung und viele neue Anwendungen.


Störende Reflexionen ausgeschaltet

Darüber hinaus verwendet das neue System Funksignale mit einer Bandbreite, die viel grösser ist als üblicherweise. Gebäude reflektieren Funksignale, die Navigationsgeräte verwirren können. Die grosse Bandbreite des Systems hilft, diese verwirrenden Signalreflexionen auszusortieren und ermöglicht eine höhere Positionierungsgenauigkeit.

Samstag, 19. November 2022

IFA; Nach Schwankungen und Rätsel "Wie Weiter"


Die weltweit bedeutendste Messe für Consumer Electronics und Home Appliances bleibt an ihrem Traditionsstandort, dem Messegelände am Berliner Funkturm. Verantwortet wird die Veranstaltung künftig von der neugegründeten IFA Management GmbH. Dabei handelt es sich um ein Joint Venture, das die gfu Consumer & Home Electronics GmbH gemeinsam mit Clarion Events Ltd, einem der weltweit führenden, unabhängigen Event-Veranstalter, gegründet hat.

Die neuen IFA-Verantwortlichen planen, das digitale Angebot und die Marke IFA NEXT auszubauen, um die Veranstaltung noch stärker für Start-ups und innovative Produkt-Launches zu öffnen. Das Management wird in neue Features investieren, um in Zukunft noch mehr Anreize für Fachbesucher, Sponsoren, Aussteller und das breite Publikum zu schaffen.

Clarion wird Ressourcen in das Management und das dazugehörige Team einbringen, um eine dynamische, zukunftsorientierte und digitale Messekultur zu schaffen.

Termin: 01. - 05.09.2023


Montag, 7. November 2022

ITU; Erstmals eine Frau an der Spitze

Doreen Bogdan-Martin wurde zur Generalsekretärin gewählt. In der 157-jährigen Geschichte der ITU ist die Amerikanerin die erste Frau, die dieses Amt bekleidet. Sie war bislang Direktorin des Entwicklungssektors der Internationalen Fernmeldeunion. Das oberste Organ der ITU ist die so genannte Bevollmächtigtenkonferenz. Diese fand vom 26. September bis 14. Oktober 2022 in Bukarest (Rumänien) statt.

ITU will digitalen Graben schliessen


Die Schweizer Delegation zog eine positive Bilanz der wichtigsten Konferenz der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), die Mitte Oktober 2022 in Bukarest zu Ende ging. Die Stellung des internationalen Genf als wichtiges Zentrum der internationalen Gouvernanz im digitalen Raum konnte weiter gestärkt werden. Die Mitgliedstaaten wollen zudem den digitalen Graben schliessen. Der Schweiz gelang die Wiederwahl in den Exekutivrat der Organisation. Mit Doreen Bogdan-Martin wurde erstmals eine Frau zur Generalsekretärin der Organisation gekürt.


Als Sitzstaat der Organisation und Mitglied des Rates wird sich die Schweiz weiter dafür einsetzen, dass die Organisation, ihre Mitarbeitenden und Delegierten, die an ITU-Treffen teilnehmen, über gute Rahmenbedingung verfügen. Ein neues Gebäude soll die dauerhafte Präsenz der ITU in Genf sicherstellen. Damit wird Genf als führender Standort der Digitalisierungs- und Technologiedebatten gestärkt.


ITU will digitale Gräben schliessen

Die Mitgliedstaaten haben sich zur wichtigen Rolle der ITU bei der Weiterentwicklung der Telekommunikation und der Informations- und Kommunikationstechnologien bekannt, indem sie der Organisation ermöglichen, sich mit neuen zukunftsträchtigen Technologien wie z.B. künstliche Intelligenz zu befassen. Sie bekräftigten auch die Aufträge der Organisation hinsichtlich der weltweiten Überwindung der digitalen Kluft zwischen Industriestaaten und weniger entwickelten Ländern, zwischen den Generationen sowie den Geschlechtern. Die Mitgliedstaaten haben in Bukarest zudem die strategischen Ziele für die nächsten vier Jahre festgelegt.

Donnerstag, 13. Oktober 2022

CH; Bericht über den digitalen Wandel im Service public

Ein leistungsfähiger Service public bleibt auch in einer digitalen Schweiz eine zentrale Voraussetzung für die Lebensqualität der Bevölkerung. Für die Teilhabe braucht es eine gute Telekom-Infrastruktur und einen verbesserten Zugang zu Daten.


Der Bericht "Digitaler Service Public" zeigt die Herausforderungen auf, die die Digitalisierung für den Service public mit sich bringt. Der Schweizerische Bundesrat hat bereits früher erkannt, dass die soziale und wirtschaftliche Teilhabe im digitalen Raum auf einer effizienten, erschwinglichen und zuverlässigen Hochbreitbandinfrastruktur basiert. Da die Telekommunikationsinfrastruktur das Rückgrat der Digitalisierung bildet, hat der Bundesrat schon Massnahmen festgelegt. Daher soll ab 1. Januar 2024 ein Internetzugang von 80 Mbit/s das bisherige Grundversorgungsangebot von 10 Mbit/s ergänzen. Zudem ist eine Hochbreitbandstrategie für die Schweiz in Vorbereitung.


Der Staat hat sicherzustellen, dass unter klar festgelegten Bedingungen verschiedene Akteure Zugriff auf eine Daten-Infrastruktur haben, um so neue Angebote entwickeln zu können. Damit erweitert sich die Vorstellung von Service public im digitalen Zeitalter.


Eindeutige Identifikation

Eine weitere Dienstleistung mit Grundversorgungs-charakter ist ein staatlich anerkannter elektronischer Identitätsnachweis (E-ID), der die eindeutige Identifikation einer Person für Behörden- wie Privatgeschäfte ermöglicht. 


Der Bundesrat vertritt die Ansicht, dass für die konkrete Ausgestaltung und Weiterentwicklung des Service public in erster Linie massgeschneiderte Lösungen je nach Sektor zu suchen sind.






Dienstag, 11. Oktober 2022

Flexible Solarzellen erreichen neuen Rekord von 22,2 Prozent

(Quelle: EMPA)

Ein Team der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat seinen eigenen Bestwert beim Wirkungsgrad flexibler Solarzellen mit besonders dünner Beschichtung übertroffen. Er liegt nun bei 22,2 Prozent.


Empa-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler haben den Wirkungsgradrekord für flexible Solarzellen erneut verbessert. Ihre CIGS-Solarzellen, deren Name sich aus der chemischen Formel Cu(In,Ga)Se2 für die Absorberschicht ableitet, ergaben laut einer Mitteilung der Empa einen Wert von 22,2 Prozent bei der Umwandlung von Licht in Strom. Er wurde vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme im deutschen Freiburg unabhängig bestätigt. Solarzellen dieses Typs eignen sich besonders für Anwendungen auf Dächern und Fassaden, auf Fahrzeugen, Satelliten und Luftschiffen sowie auf tragbarer Elektronik.


Der letzte Rekordwert des Empa-Labors für dünne Beschichtungen und Photovoltaik unter der Leitung von Ayodhya Tiwari stammt aus dem vergangenen Jahr. Die Effizienzrekorde begannen im Jahr 1999 mit 12,8 Prozent, gefolgt von 14,1 Prozent (2005), 17,6 Prozent (2010), 18,7 Prozent (2011), 20,4 Prozent (2013), 20,8 Prozent (2019) und 21,4 Prozent (2021). Zum Vergleich: Der maximale Wirkungsgrad einer starren Solarzelle aus kristallinem Silizium liegt bei 26,7 Prozent.


Die aktuelle Steigerung des Wirkungsgrads ist auf eine Verbesserung in der Legierung der lichtabsorbierenden Halbleiterschicht zurückzuführen. Diese hat die elektronischen Eigenschaften verbessert.

CH; Sicherheitsfunknetz Polycom: Freigabe

Die Modernisierung des Schweizerischen Sicherheitsfunknetzes Polycom schreitet voran. Die Lieferfirma konnte dank Unterstützung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz BABS die ausstehenden Pendenzen und Mängel korrigieren, womit am 10. Oktober die Freigabe für die schweizweite Migration («Mass-Rollout») auf eine neue Generation erteilt werden konnte. Sämtliche Antennenstandorte aller Kantone und des Bundes können nun bis Ende 2024 vollständig modernisiert werden.


Mit dem Entscheid zum Massenrollout erfolgt nun in Absprache mit den Kantonen die Modernisierung aller Polycom-Netze. Jeder Kanton verfügt über ein eigenes Netz, bei den Grenzkantonen sind die rund 250 Antennen-Standorte vom Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit eingebunden. Gesamthaft müssen somit 754 Antennenstandorte mit den zugehörigen Komponenten erneuert werden, wovon rund 90 bereits im Rahmen der Pilotphase migriert wurden; unter anderem wurden die Antennen der Kantone Aargau, Bern, Uri, Tessin, Neuenburg, Waadt, Thurgau, Solothurn dabei umgerüstet.

Bis Ende 2022 werden nun die Antennenstandorte der Kantone Basel-Stadt und Schaffhausen erneuert und die Arbeiten im Kanton Bern werden weitergeführt. Es bleibt das anspruchsvolle Ziel, die Erneuerung aller Antennenstandorte bis Ende 2024, um damit einen über 2025 hinausgehenden Parallelbetrieb der alten und neuen Komponenten, zu vermeiden.


Wichtiges Kommunikationssystem

Polycom ist das flächendeckende Funk-Sicherheitsnetz der Behörden und Organisationen für Rettung und Sicherheit (BORS). Es ermöglicht den Funkkontakt innerhalb und zwischen den verschiedenen Organisationen, Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, Polizei, Feuerwehr, sanitätsdienstliches Rettungswesen, Zivilschutz und unterstützenden Verbänden der Armee. Das Projekt Werterhalt Polycom 2030 stellt die Nutzung des Funksystems bis 2030 sicher.